Gamburg, St. Martin

Der Ort Gamburg ist bereits früh erwähnt. Die erste Nennung in Verbindung mit einem Herrengeschlecht fällt in die Zeit des Würzburger Bischofs Erlung (1105 – 1121). Im Jahr 1139 treten Beringer von Gamburg und sein Bruder Trageboto als Unterzeichner einer Würzburger Bischofsurkunde auf. Der womöglich selbe Beringer gehörte zu den Wohltätern des Klosters Bronnbach und wurde 1157 von Mainz mit dem „castrum Gamburc“ belehnt. Mit dem Aussterben dieses Geschlechtes fiel das Lehn an Mainz zurück. In den Stürmen des Bauernkrieges, nur durch das Einschreiten Götz von Berlichingens behütet, kam die Burg mit dem Ort 1546 als freiadliges Gut durch Tausch in den Besitz des Kurmainzischen Rats und Hofmeisters Eberhard Rüdt von Collenberg. Die Burg erlebte dann einen siebenmaligen Besitzerwechsel. Seit 1980 ist sie im Besitz der Familie von Mallinckrodt. Neben der Burg, dem Oberen Schloss, gibt es ein Unteres Schloss, ein ehemaliger alter Friedhof, der 1688 an das Juliusspital verkauft wurde. Aus Gamburg stammt der 1937 verstorbene bekannte Bildhauer Prof. Thomas Buscher, von dem einige schöne Werke in der katholischen Kirche zu sehen sind. Außerdem gibt es  mehrere schöne, alte Bildstöcke in und bei der Gemeinde.

Gamburger Pfarrkirche

Das Gotteshaus St. Martin, Bischof von Tours, geweiht hat bereits zwei Vorgängerinnen, die auf dem jetzigen Schulplatz vor dem Rathaus standen und bis 1823 vom Gemeindefriedhof umgeben waren. In einer Frühmessstiftungsurkunde von 1404 der begüterten Ritter und Brüder Peter und Fritz von Stettenberg (Grabmäler in der Bronnbacher Klosterkirche) wird eine Pfarrkirche in Gamburg erwähnt.
Die heutige Kirche in neugotischem Stil wurde 1895 bis 1897 unter dem verdienten Pfarrer Krug nach den Plänen des Baurates Maier auf dem angekauften und niedergelegten Hofanwesen eines Barthel Lang erstellt und passt sich gut dem Landschaftsbild an. Das rote und weiße Sandsteinmaterial stammt aus Gamburger Steinbrüchen. Die Grundsteinlegung  erfolgte am 4. August  1895, der Umzug von der alten in die neue Kirche am  Martinifest 1898. Aus Gamburg stammt der 1937 verstorbene bekannte Bildhauer Prof. Thomas Buscher, von dem einige schöne Werke in der Kirche zu sehen sind. Von besonders großem Wert ist der Muttergottesaltar mit der spätgotischen Madonnen-Statue aus der Riemenschneider-Schule. Die Kanzel und die Altäre mit ihrem Bilderschmuck sind das Werk dieses Bildhauers und Künstlers, der als Professor in München für seine Heimatgemeinde Gamburg, für die Pfarrkirchen in Tauberbischofsheim, Uissigheim, Heckfeld und für die Kapelle Liebfrauenbrunn Kunstwerke von hohem künstlerischen Niveau geschaffen hat. Der Hochaltar erhielt von Prof. Buscher die Statuen der hl. Gertrud, der hl.Urban und Wendelinus und der hl. Theresia. Am Chorbogen Bilder des Herzen Jesu und des Kirchenpatrons Martinus. Als meisterhaftes Gegenstück zu dem realistisch gehaltenen Josefsaltar überrascht uns Reichtum und künstlerische Ausgestaltung des Flügelaltars mit Szenen aus dem Marienleben und musizierenden Engeln.