Schönfeld, St. Vitus

 

Quelle: D.Samulski

Bereits um 1198 ist der Namen vom Friedricus de Schenvelt bekannt, der den eigenen Ortsadel repräsentierte und dessen Nachkommen im 13. Jahrhundert als Lehensträger der Grafen von Wertheim erscheinen. Von der reichen Geschichte des Ortes erzählt das Schloss, das unter Denkmalschutz steht. Auf dem Wappenbild des Schönfelder Schlosses steht das Datum 1569. Im Jahre 1803 gelangte die Gemeinde unter die Oberhoheit des Fürstentums von Leiningen. Seit 1806 gehört Schönfeld zu Baden. Im Laufe seiner Geschichte haben zwei schlimme Ereignisse den Ort heimgesucht. Zuerst der Dreißigjährige Krieg um etwa 1634, währenddessen der Ort zerstört und niedergebrannt wurde. Schlimm war für Schönfeld das Jahr 1866 als die Cholera ausbrach und 65 Einwohner davon raffte. An das schreckliche Ereignis erinnert bis heute das Cholerakreuz aus dem Jahr 1924, das von der Familie Rappert gestiftet wurde. Das Kreuz  steht auf Höhe zwischen Schönfeld, Ilmspan und Gerchsheim.
Schon von weit her sieht man den gelben Schönfelder Kirchenturm. Als die im Jahre 1827 gebaute Kirche in den sechziger Jahren des vergangen Jahrhunderts dringend renovierungsbedürftig war, hat man sich entschieden, eine ganz neue Kirche zu bauen. Im Jahre 1969 wurden das Pfarrhaus und die alte Kirche und bis zum Kirchenturm abgerissen. Mit Fleiß und Spendenbereitschaft der hiesigen Gemeinde und unter der Leitung des Pfarrers Josef Kühner wurde eine ganz große und moderne Kirche mit einem Pfarrsaal und einer Werktagskirche gebaut. Die neugebaute Kirche wurde am 30. Juni 1974 durch den Erzbischof Dr. Hermann Schäufele von Freiburg eingeweiht.
 Die Kirche wird von den Fenstern erhellt. Hier deuten farbige Blumen- und Sternmotive die Schöpfung an, in die hinein sich Gottes Gnadenwirken vollzieht. Man findet die Darstellungen von Ähren, Lilien, Cherubim, sowie das Haus auf dem Felsen, der Schatz im Acker, Brote, Fische, Tauben und Trauben. In der Kirche sieht man auch die älteren Kunstwerke. Eine spätbarocke Statue der „Maria Immaculata“ an der Mauer vor der Sakristei, außerdem eine schöne Figurengruppe der Ortsheiligen Hl. Veit (Kirchenpatron), Hl. Josef, Hl. Laurentius (zweiter Kirchenpatron). Auf der linken Seite von dem Altar sieht man die barocke Auferstehungsgruppe mit der Muttergottes Maria  und dem Hl. Josef. Diese soll sich ehemals über dem Portal eines Hauses in Tauberbischofsheim befunden haben und dessen  Besitzer, der Kaufmann Boegner, hat sie dann der alten Kirche gestiftet. In der Turmraumkapelle steht eine Pieta. Auf dem Kirchenplatz stehen die Lurdesgrotte und das Denkmal der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege. In dem östlichen Teil des Ortes findet man eine kleine Muttergotteskapelle. Zur Pfarrgemeinde gehört auch der Kindergarten, der im Jahr 1913 errichtet wurde.
Die Gemeinde feiert das Patrozinium am Sonntag nach dem Fest St. Vitus am 15. Juni und den Gelöbnistag am Sonntag nach dem Fest St. Laurentius am 10. August.                
         
Die Pfarrer in Schönfeld:
Prof.  Leo Rüttling (1939-1961)
Pfr. Josef Kühner  (1963-2005)