Wenkheim, St. Maria

Die älteste im Original vorhandene Wenkheim betreffende Urkunde stammt aus dem Jahre 1149. Darin wird von Kaiser Konrad III. ein Gütertausch zwischen dem Domkapitel Würzburg und dem Kloster Ebrach beurkundet.
Zur Pfarrei Wenkheim gehörten die Filialen Brunntal und Hof Baiertal und ursprünglich auch Steinbach. Der Wenkheimer Ortsadel, die Herren von Wenkheim und später die Herren Hund von Wenkheim, waren den Grafen von Wertheim lehenspflichtig. Die kirchliche Obrigkeit war der Bischof von Würzburg. Durch diese Konstellation geriet  Wenkheim im Zuge der Reformation zwischen die Fronten und die Bevölkerung hatte darunter sehr zu leiden. Der katholische Pfarrer wurde mehrfach vertrieben und fand in Brunntal Zuflucht. Zum Ende des dreißigjährigen Krieges war Wenkheim mehrheitlich evangelisch. Durch den Westfälischen Frieden wurden die Verhältnisse von 1624 wieder hergestellt und somit fielen die kirchlichen Besitzungen wieder den Katholiken zu.
Zu Beginn des 20.Jahrhunderts waren in Wenkheim 786 Einwohner gemeldet, 460 evangelische, 234 katholische und 92 Personen israelitischen Glaubens.
Die Filiale Steinbach ging wohl im dreißigjährigen Krieg verloren. Die Filiale Brunntal wurde 1914 an die Pfarrei Werbachhausen abgetreten, da die Wegeverhältnisse für die Bevölkerung und für den Pfarrer als nicht mehr zumutbar bezeichnet wurden. Hof Baiertal wurde auf Wunsch der Bevölkerung im Jahre 1954 von Wenkheim gelöst und Großrinderfeld zugeschlagen.
Über die früheren Wenkheimer Gotteshäuser gibt es praktisch keine Informationen, die erste Wenkheimer Kirche wurde bereits 1258 urkundlich erwähnt, es gibt jedoch nur eine vage  Beschreibung und  keine Erwähnung des Kirchenpatrons. Sie stand vermutlich am Platz der heutigen Kirche, war aber nach Osten ausgerichtet. Der Chorraum befand sich im Erdgeschoss des Kirchturms.  Der Vorgängerbau der heutigen Kirche wurde 1823 errichtet. Auch diese Kirche war noch nach Osten ausgerichtet und Angaben über den Kirchenpatron sind auch hier nicht vorhanden. Diese Kirche war bereits nach dreißig Jahren so baufällig, dass sie abgerissen werden musste. Die heutige Kirche wurde in den Jahren 1852/53 im neugotischen Stil errichtet und im September 1853 geweiht. Die Kirche ist der Gottesmutter geweiht, der Patronatstag ist der 15.August (Maria Aufnahme in den  Himmel).  Die Ausrichtung nach Osten wurde, wohl aus Platzgründen, aufgegeben und der Chor im Kirchturm dient heute als Sakristei. Bei der Renovierung in den 70 er Jahren des 20.Jahrhunderts wurde die Kirche total ausgeräumt und im damaligen Verständnis der nachkonzilaren Liturgie gestaltet. Der Hochaltar, die Kanzel, die Kommunionbank und der Kreuzweg sind spurlos verschwunden. Die verschiedenen Heiligenfiguren sind noch vorhanden und wurden bei der letzten Renovierung im Jahre 2000 wieder in der Kirche aufgestellt. Bei dieser Renovierung wurde auch das Sakramentshäuschen in der Sakristei, dem früheren Chorraum freigelegt. Es zeigt eine  Kreuzigungsszene und einen Ritter links und rechts eine Dame,  vermutlich das Stifterpaar. Die Darstellung ist zwar stark beschädigt, aber trotzdem gut erkennbar.
Auf der gesamten Gemarkung Wenkheim findet sich nur (noch) ein Bildstock, nämlich das sogenannte „Appelis-Kreuz“ an der Abzweigung nach Brunntal. Es erinnert an den Wenkheimer Pfarrer Friedrich Appel, der 1475 am Freitag nach Maria Lichtmess ermordet wurde.
Ein Sonderfall sind auch der Kirchturm und das Geläute in Wenkheim. Das Erdgeschoss des Turms befindet sich im Besitz der katholischen Pfarrgemeinde, der Rest des Turms und das Geläute sind Eigentum der politischen Gemeinde. Das Geläute wird von beiden Konfessionen benutzt und ist seit der Elektrifizierung auch von der evangelischen Kirche aus zu bedienen.
Seit dem Tod von Pfarrer Wörner im Jahre 1952 hat Wenkheim keinen eigenen Pfarrer mehr. Die Pfarrei wurde zuerst von Werbachhausen , später von Großrinderfeld und seit 1999 von Werbach aus betreut. Im Jahre 2001wurde die Seelsorgeinheit Werbach mit den Gemeinden Werbach, Gamburg, Werbachhausen mit Brunntal und Wenkheim errichtet.